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Disease-Management-Programme

Was ist ein Disease-Management-Programme?

Disease-Management-Programme (DMP) sind für Versicherte mit einer chronischen Erkrankung entwickelte systematische Behandlungsprogramme. Vorreiter dieses Modells, welches vom Gemeinsamen Bundesausschuss als „lernendes System“ gestaltet wurde, sind Krankenkassen in den USA.

In Deutschland sind vom Gemeinsamen Bundesausschuss für Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, koronare Herzkrankheiten, Asthma/COPD und Brustkrebs Disease-Management-Programme anerkannt worden. Weitere sollen und werden folgen, soweit neue wissenschaftliche Erkenntnisse dazu führen, dass eine weitere Indikation für DMP ausgewählt werden sollte.

Die Teilnahme an einem DMP ist sowohl für den Arzt als auch den Patienten freiwillig. Dabei variieren die Programme je Erkrankung und sind auf diese jeweils abgestimmt.

Die Ziele des DMP sind es,

  • Chronisch Erkrankte durch kontinuierliche und krankheitssinnvolle Betreuung und Behandlung vor Folgekrankheiten zu bewahren
  • Die koordinierte Zusammenarbeit von Ärzten, Krankenhäusern, Fachärzten, Apotheken und Rehazentren zu fördern
  • Die Therapieschritte sinnvoll und nach medizinisch-wissenschaftlicher Erwiesenheit (sog. Evidenzbasierte Medizin) abzustimmen

  • mittel- bis langfristig die Leistungsausgaben der Krankenkasse zu senken.

Seit April 2007 sind die Krankenkassen verpflichtet, den Versicherten Wahltarife anzubieten und diesen mit Zuzahlungsvergünstigungen und/oder Prämien zu belohnen. Nimmt ein Patient an einem DMP teil, so gilt dies als „therapiegerechtes Verhalten“ und unterliegt dem Bonusmodell.

Außerdem fällt die Zuzahlung des Patienten auf 1 % der Bemessungsgrenze, da er chronisch erkrankt ist.

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